Kakyoung Lee

Kakyoung Lee: Für mich als Druckgrafikerin ist die Kaltnadelradierung das Lieblingsmedium. Ich habe Druckgrafik seit 1993 studiert. Seitdem habe ich viele Ausstellungen mit Drucken und Zeichnungen gemacht, das reichte von traditionellen Drucken bis zu lebensgroßen Installationen mit Scherenschnitten, von Künstlerbüchern bis zu Diashows mit Radierungen. Ich habe auch Kinderbücher mit Kupferstichen und Kaltnadelradierungen gestaltet. Als ich 2001 nach New York kam, um Druckgrafik und Buchbinden zu studieren, wollte ich die Grenzen des Künstlerbuches erproben, und um etwas für mich Neues auszuprobieren stellte ich bewegte Bilder mit Drucken und Zeichnungen her. Ich begann mit der Animation in Stop Motion und benutzte dabei Graphit und Kohle wie man das aus Filmen von Kentridge kennt. Dann wollte ich die scharfe Kontur der Linien aus der Kaltnadelradierung als Textur in meinen bewegten Bildern, also erweiterte ich das Konzept des bewegten Bildes auf Plexiglas als fragilen Bildträger.
Während ich die immer neuen Umrisse eines alltäglichen Bildes übereinander schichte verschwinden die einzeln wahrnehmbaren Spuren der Vergangenheit allmählich, wie in unserem alltäglichen Leben.

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